Heinrich von Kleist
 (Miniatur von Peter Friedel, 1801)
Mein Lieblingsdichter

Heinrich von Kleist





Schlacht bei Fehrbellin, 1675
(Gemälde) von Dismar Degen - 1740

In der Mitte auf dem Schimmel, Kurfürst Friedrich Wilhelm


Der Prinz von Homburg

Inhalt

Der tapfere Reiterführer des Großen Kurfürsten, der junge Prinz von Homburg, ist oft von traumhaften Zuständen befallen. Ein Scherz, den der Kurfürst mit dem Prinzen in solcher Stunde ausführt, wobei diesem der Handschuh der Prinzessin von Oranien, die er liebt, ohne zu wissen wie in den Fingern bleibt, macht ihn im wachen Zustande zerstreut, und er überhört im Kriegsrat den wichtigen Befehl, dass er am nächsten Schlachttage nicht ohne ausdrückliche Order den Feind angreifen solle.

Als die Schlacht um Fehrbellin tobt, glaubt der Prinz seinen Zeitpunkt gekommen, greift mit der Reiterei ein und erringt einen glänzenden Sieg über die Schweden. Doch der Kurfürst, dem die militärische Disziplin über alles geht und dem der voreilige Angriff den Plan der vollständigen Vernichtung des Feindes zerstörte, läßt den Prinzen gefangen setzen und zum Tode verurteilen. Anfänglich glaubt Homburg nicht an einen so ernsten Ausgang, doch wie ihm die Gewißheit wird, geht eine seltsame Umwandlung mit dem Helden vor, und unmännliche Todesfurcht überfällt ihn.

In einer Unterredung mit der Prinzessin von Oranien fordert er deren Fürsprache beim Kurfürsten. Aber auch die Offiziere, an deren Spitze der alte, ehrliche Kottwitz, bitten um Gnade. Der Kurfürst läßt den Prinzen kommen und fragt ihn selbst auf seine Ehre hin, ob er als Soldat den Tod verdient habe. Da erwacht der Heldengeist wieder, und erschüttert antwortet Homburg. Ja! Der Kurfürst will nun selbst den tapferen Mann für sich erhalten und fragt die Offiziere, ob sie es mit dem Prinzen noch einmal als Führer wagen wollen. Freudig stimmen diese zu. - Das Stück endet nun, wie es begonnen. Abermals benützt der Kurfürst einen traumhaften Zustand des Prinzen, um ihm durch die Hand der Prinzessin von Oranien Gnade zu gewähren.



Hier bei Ferbellin in Brandenburg wurde durch Prinz Friedrich von Homburg die Zukunft von Preußen erkämpft


Der Dichter

Geboren wurde Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist am 18. Oktober 1777 zu Frankfurt an der Oder. Er verlor früh die Eltern, kam vorwiegend unter weiblichen Erziehungseinfluß und stand besonders seiner Stiefschwester Ulrike sehr nahe. Nach Familientradition trat er 1792 ins 1. Garderegiment, schloß hier mit Fouqué Freundschaft, ward 1797 Sekondeleutnant, nahm jedoch 1799, unbefriedigt vom Garnisondienst, den Abschied, um an der Universität seiner Vaterstadt mit äußerstem Eifer, aber planlos zu studieren.

Hier verlobte er sich mit Wilhelmine von Zenge, die er nach seiner Natur bald hofmeisterte, ging im August 1800 nach Berlin, um dort eine Anstellung zu finden, machte ein paar nicht recht klare Reisen, fuhr 1801 mit Ulrike nach Paris und ward dort nicht nur gegen die Franzosen sehr voreingenommen, sondern bekam auch solchen Ekel vor den Wissenschaften, dass er in die Schweiz floh, um dort "ein Bauer zu werden". .

Als seine Braut, die unter den vielen Unbegreiflichkeiten seiner Natur gelitten hatte, seine neueste Marotte nicht mitmachen wollte, löste er das Verhältnis. In krankhafter Unruhe treibt es ihn in den nächsten Jahren bald hier-, bald dorthin: er ist in Weimar und Jena, in Leipzig und Dresden, in Lyon und Paris, oft "von der Furie gepeitscht", von Gemütserregungen, die sich bis zu Wahnsinnsanfällen und schweren Nervenleiden steigern, hin- und hergeworfen.

Sein kleines Vermögen hatte er verzehrt; 1804 bewarb er sich wieder um eine Anstellung, ward 1805 Diätar in Königsberg, aber als ihm die Königin Luise aus ihrer Privatschatulle eine Pension auswarf, wanderte er 1807 zu Fuß nach Berlin. Als vermeintlichen preußischen Spion sandten ihn die Franzosen für mehrere Monate in Gefangenschaft nach Frankreich. Nach seiner Befreiung wandte er sich nach Dresden, kam hier in romantische Kreise, gab mit Adam Müller die kurzlebige Zeitschrift "Phöbus" heraus, irrte dann weiter und erschien 1810 in Berlin.

Der Tod der Königin raubte ihm die Pension, Not bedrückte ihn, der Versuch, sich durch eine neue Zeitschrift, die "Berliner Abendblätter", eine Position zu schaffen, mißlang, allerlei Herzenswirren kamen dazu, die Familie, selbst Ulrike, machte ihm die bittersten Vorwürfe, und als eine romantisch-hysterische Freundin, Frau Henriette Vogel, ihn aufforderte, sie zu erschießen, widerstand er nicht. Am 21. November 1811 erschoß er am Ufer des Wannsees bei Potsdam erst sie, dann sich.

"...meine ganze Hoffnung beruht auf Dich. Manuskript eines Briefes an Ulrike vom 8. Juni 1807 Den Platz, wo beide begraben lieben, hat der Besitzer des Grund und Bodens, Prinz Friedrich Leopold, 1904 der Nation geschenkt. Aus dem Grabe wächst eine Eiche. Auf einem Gedenksteine stehen die Verse:

«Er lebte, sang und litt in trüber, schwerer Zeit, Er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit»


Was bedeutet mir Heinrich von Kleist

Kleist greift in seinem Drama "Der Prinz von Homburg" eine wichtige Grundlage im Werden des Staates Preußen auf.

Ich finde es bewundernswert, wie er aufrecht und standhaft sein Leben lang ein Ziel gesucht hat, das ihm Frieden und Ruhe geben sollte. Alle Niederlagen hat er hart durchgestanden. Schließlich nahm er sich die Freiheit über sein persönliches Sein oder Nicht-Sein selbst zu entscheiden. Hierzu hat meines Erachtens nach jeder Mensch das Recht.


Eine Besonderheit - Hören Sie zu (5 Minuten)

In den Berliner Abendblättern am 6. Oktober 1810 veröffentlichte Kleist die
 "Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege".

Ich habe hier eine Hörfassung großer Bedeutung beigestellt.

Heinrich George    liest die Anekdote.
Es ist ein "Leckerbissen" deutscher Hörbücher.

Mit Klick <<<hier >>> können sie Heinrich George zuhören.


Eine literarische Kostbarkeit

Zu meinem Geburtstag 2007 bekam ich von der Tochter meiner lieben Partnerin eine bedeutende literarische Kostbarkeit geschenkt, die von Philipp Reclam jr. 1885 verlegte und von Eduard Griesebach herausgegebene Gesamtausgabe der Werke Heinrich von Kleist.

 





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Dr. Christoph Gerlach
Datum der letzten Änderung: 14. Februar 2005